BLOG » Das Ende der 2D-Zeichnung: Wie ein 3D-first-Workflow die Konstruktion in der Automobilindustrie verändert
Das Ende der 2D-Zeichnung: Wie ein 3D-first-Workflow die Konstruktion in der Automobilindustrie verändert
In der hochpräzisen Automobilkonstruktion beginnt die Reibung oft erst, wenn das Design längst fertig ist. Das 3D-Modell in Autodesk Inventor ist finalisiert. Die Spielpassungen sind definiert. Die Baugruppe funktioniert. Und dann beginnt die manuelle Erstellung der 2D-Zeichnungen.
Für Ingenieure wie Alberto, Lead Engineer in Spanien, war dieser Schritt schlicht überflüssig. Er band technische Kapazität und hielt erfahrene Konstrukteure mit Dokumentation statt mit Konstruktion beschäftigt.
In seiner Arbeit für die Automobil- und Pharmabranche sah er immer wieder dasselbe Muster: Der Übergang von 3D zu 2D war langsam und fehleranfällig. Mit dem Wechsel zu einem 3D-first-Workflow mit meviy hat er diese Abhängigkeit eliminiert – und den Fokus zurück auf die Konstruktion gelegt.
100 % weniger 2D-Dokumentation
In einer Branche, in der 2D-Zeichnungen als Pflicht gelten, hat Alberto sie vollständig abgeschafft. 80 % seiner Projekte stammen aus dem Automobilbereich – und doch ist die Fertigungszeichnung kein Teil seines Prozesses mehr.
Damit entfällt der ständige Abgleich zwischen 3D- und 2D-Daten. Früher erforderte jede Änderung am 3D-Modell eine manuelle Aktualisierung der Zeichnung. Versionskonflikte waren an der Tagesordnung.
In einem rein digitalen Workflow entspricht das gefertigte Teil exakt dem ursprünglichen 3D-Modell. Alberto bringt es auf den Punkt:
„Die wichtigste Veränderung ist: Ich erstelle keine Zeichnungen mehr. Wenn in meiner Software alles stimmt, stimmt es auch in meviy.“
Der Umstieg brachte Design for Manufacturability in Echtzeit. Früher entdeckten Lieferanten ein nicht fertigbares Merkmal oft erst Tage später – manchmal, nachdem die Produktion bereits angelaufen war.
Heute meldet die Plattform Probleme sofort. Sitzt eine Bohrung zu nah an einer Wand oder überschreitet ein Maß die Toleranzgrenzen, erkennt das System dies bereits beim Upload.
Über zwei Jahre hinweg hat Alberto seine Konstruktionsweise angepasst. Er konstruiert heute mit den Parametern der meviy-Plattform im Hinterkopf – und setzt neue Funktionen wie schräge Bohrungen oder das Schwarzeloxieren von Aluminiumbauteilen mit voller Sicherheit ein.
Sonderteile wie Normteile behandeln
Der Schlüssel ist der „vereinheitlichte Warenkorb“. Alberto managt keine fragmentierte Lieferkette mehr. Stattdessen bündelt er kundenspezifisch gefertigte Teile aus Stahl oder Aluminium mit MISUMI-Normteilen – Schrauben, Griffen, Profilen – in einer einzigen digitalen Bestellung. Die Reduktion auf einen Anbieter eliminiert den administrativen Aufwand, Dutzende Lieferanten zu koordinieren.
Preisvolatilität im Griff
Die vielleicht überraschendste Erkenntnis auf der Kostenseite: Die meviy-Plattform wirkt wie eine Absicherung gegen Marktinstabilität. Während die Preise für Rohstoffe wie Aluminium täglich schwanken, respektiert die Plattform historische Angebote – selbst Jahre nach ihrer Erstellung.
Diese Stabilität ist ein strategischer Vorteil. Lokale Lieferanten, die sensibel auf tägliche Schwankungen reagieren, erzwingen oft Lieferzeiten von fünf bis sechs Wochen und Preisanpassungen. Alberto dagegen nutzt die Sofortkalkulation und wählt je nach Bedarf zwischen Express- und der wirtschaftlicheren International-Lieferung – und schützt so seine Margen. Alberto:
„Ich habe vor zwei Jahren ein Teil bestellt und möchte es jetzt erneut bestellen – der Preis ist derselbe. Das hat mich überrascht. meviy respektiert das Angebot.“
Die Zukunft des agilen Ingenieurs
Der Wechsel zum 3D-first-Workflow hat Alberto zu seiner eigentlichen Aufgabe zurückgeführt: anspruchsvolle Konstruktion. Ohne die manuelle Dokumentationspflicht hat er die technische Kapazität freigesetzt, mehr Projekte zu stemmen – ohne zusätzliches Personal. Aus einem „mühsamen“ manuellen Prozess wurde eine agile, digitale Strategie.